Christl Cranz Borchers (1914 - 2004) war in den Jahren von 1934 bis 1940 die erfolgreichste Skirennläuferin der Welt. In dieser Zeit hat sie 12 Weltmeistertitel, 15 deutsche Meisterschaften und 1 Olympiasieg errungen. Daneben war sie in diesem Zeitraum bei allen großen Rennen der damaligen Zeit erfolgreich. Meistens gewann sie die Rennen mit erheblichem Vorsprung, außer sie stürzte und auch dann war sie häufig noch auf den ersten Plätzen. Unvergesslich war ihr Olympiasieg in Garmisch in der alpinen Kombination (Abfahrt u. Slalom). Es gab damals nur Medaillen für die Kombination und nach einem Sturz im Abfahrtslauf bei dem sie ca. 17 Sekunden auf die Abfahrtssiegerin verlor gelang es ihr im Slalom 21 Sekunden gut zu machen und sich dadurch den 1. Platz zu sichern!

Nach dem 2. Weltkrieg kam die gelernte Studienrätin nach Steibis und gründete hier ihre Skischule in der sie erst Skikurse für Studenten anbot. In der ersten Zeit war die Eibelealpe am Hochgrat ihr Stützpunkt. Schnell folgten auch Skikurse in Steibis wo sie an der Sägmühle auch ihr Haus gebaut hat. Hier eröffnete sie dann ein Kinderheim das sie bis in die 70iger Jahre führte. Das Haus war auch gleichzeitig das Zentrum der Skischule. Im Jahr 1948 war die Christl maßgeblich an der Neugründung des SC Steibis-Aach beteiligt den sie auch bis 1976 als 1. Vorstand entwickelt hat. Dabei hat sie immer den Schwerpunkt auf die Nachwuchsförderung gelegt wobei nicht unbedingt der Rennlauf im Vordergrund stand sondern es galt immer das Motto "unsere Kinder sollen gut Skifahren lernen). Daneben hat sich die Christl auch viele Jahre im den Sportunterricht der Steibinger Schulkinder (auch im Sommer) gekümmert. Schulskikurse haben immer die Skilehrer aus ihrer Skischule durchgeführt und als Anfang der 80iger Jahre die Bayerische Staatsregierung die Bezahlung der Skilehrer eingestellt hat, hat sie zwar heftig protestiert und gedroht die Kurse zukünftig nicht mehr machen, intern hat sie aber immer deutlich gemacht "Wir lassen unsere Kinder nicht im Stich".

In den 50iger und 60iger Jahren war Christl Cranz Borchers auch als Frauenreferentin im Deutschen Skiverband tätig und hat bei mehreren Großereignissen die deutschen Rennläuferinnen betreut. Z.B. war sie in dieser Funktion auch bei der Olympiade 1960 in Squaw Valley dabei als Heidi Biebl aus Oberstaufen die Goldmedaille im Abfahrtslauf gewonnen hat.